Startseite » Texte » Kultur » Theater

Theater

Was für ein Theater! Für mich persönlich die Königsdisziplin der darstellenden Künste. Hier ist Sprechtheater bzw. Schauspiel gemeint. Anhand der Anzahl der Beiträge kann man sehen, dass ich diese Art der Bühnenkunst am liebsten sehe.

Antigone

  • von

Antigone ist im Original eine Tragödie von Sophokles und knüpft an die Geschehnisse rund um Ödipus an. Die Vorgeschichte: König Ödipus ist verflucht, blind, entscheidet sich für Verbannung aus seinem Königreich Theben und zieht mit dem ebenfalls blinden Seher Theiresias durch das Land. Seine Söhne Polyneikes und Eteokles sollen sich jährlich bei der Herrschaft abwechseln, Eteokles will nach einem Jahr die Krone aber nicht abgeben, Polyneikes rächt sich daraufhin an seinem Bruder, indem er Thebens Feinde vereint und die Stadt angreift. Beide sterben.

Himmelerde

  • von

Es ist schwierig, einen Handlungsstrang zu berichten, den gab es nämlich nicht so wirklich. Den roten Faden bildeten Lieder aus der Romantik, die “Tracklist” gibt einen guten Einblick

Der eingebildete Kranke

  • von

Argan ist ein Hypochonder wie aus dem Bilderbuch. Er bildet sich ständig Krankheiten ein und zieht seinen Arzt zu Rate, der ihm auch mit Freude alles mögliche diagnostiziert und verschreibt. Argans Tochter Angelique soll demzufolge auch einen jungen Arzt heiraten (Thomas) – sie selbst ist aber in Cléante verliebt. Dann gibt es noch Toinette, das Dienstmädchen, die Angelique in ihrer vom Vater ungewollten Liebe unterstützt und die auch versucht, Argan seine Hypochondrie zu auszureden. Argans Frau unterstützt ihren Mann, aber als Toinette ihn überredet, sich tot zu stellen, um die Zuneigung seiner Angehörigen zu testen, muss er erkennen, dass sie ihn gar nicht liebt. Die tiefe Zuneigung seiner Tochter allerdings lässt ihn in die Heirat mit Cléante einwilligen, sofern dieser sich zum Arzt ausbilden lasse. Cléante ist einverstanden, doch am Ende entscheidet sich Argan auf den Rat Toinettes hin, selbst Arzt zu werden.

Liliom

  • von

Liliom, von Alfred Polgar ins Deutsche übertragen, spielt im Milieau des Wiener Praters, also im Umfeld einer ziemlich windigen Gesellschaftsschicht zu Beginn des 20. Jhds. Wir verfolgen die Geschichte von Liliom, dem besten Ausrufer des Rummelplatzes und angestellt beim Karussell von Frau Muskat. Er ist ein “Strizzi”, ein Strolch, ein Großmaul, Aufreißer, ein Flegel, ein Gscherter und ein Prolet, der Geld und Frauen genauso schnell wieder weggibt, wie er es/sie bekommt. Er trifft auf das brave Dienstmädchen Julie und gibt ihretwegen seine Arbeit bei Frau Muskat auf. Sie heiraten und schnorren sich fortan bei einer befreundeten Fotografin durch. Liliom sucht sich keine neue Arbeit und lehnt aus Stolz auch das Angebot von Frau Muskat ab, als diese ihn wieder einstellen will. Aus Frust schlägt er sogar seine Frau Julie, die davon sehr getroffen ist, aber nie ein schlechtes Wort über Liliom verliert.

Das Konzert

  • von

Der berühmte und umschwärmte Pianist Gustav Heink betrügt seine Ehefrau regelmäßig. Er fährt mit seinen Affären auf eine einsame Waldhütte und erzählt seiner Frau Marie sowie seinen Schülerinnen, die allesamt in ihn verknallt sind, dass er auf ein privates Konzert fahre. Eines Tages nun kommt eine der Schülerinnen dahinter, dass Gustav Heink eben nicht bei einem Konzert, sondern sich mit Frau Delfine Jura in besagter Waldhütte vergnügt und benachrichtigt in ihrer Empörung sowohl den Ehemann Dr. Franz Jura als auch Gustav Heinks Frau Marie, die zwar längst über das eigentliche Ziel der sogenannten Konzerte Bescheid weiß, es aber bislang stillschweigend ertrug.

Calvacade or Being a Holy Motor

  • von

Eigentlich gibt es keine Handlung. Es passiert schon einiges – ein Düsenjet wird gelandet und gestartet, drei Menschen springen zwischen bunten Plastikbällen (wie beim Ikea-Kinderland) umher, es wird geredet und geredet und geredet (hauptsächlich), auch ein bisschen gesungen und am Ende sitzen die zwei, die irgendwie eine schwierige Beziehung haben (oder beendet haben?) auf dem Düsenjet mit Affenmasken vor dem Hintergrund einer New Yorker Rush Hour-Szenerie.

Maria Magdalena

  • von

Das Drama spielt im bürgerlichen Milieu des 19. Jh. und handelt von folgender Familie: Der strenge Vater ist ehrbarer Tischler, seine Frau todkrank, sein Sohn Karl ist ein Kleinkrimineller und Unsympath. Alles dreht sich um Tochter Klara, die  mit einem gewissen Leonhard verlobt ist, den sie aber gar nicht leiden mag, geschweige denn liebt. Dieser will sie auch eher wegen der Mitgift als wegen übermäßiger Zuneigung heiraten. Klara liebt ihren Jugendfreund, den Sekretär Friedrich, den sie auf einem Fest nach langer Zeit wieder trifft. Ihr Verlobter überredet/drängt sie zum vorehelichen Sex aus einem Moment der Eifersucht oder der Reviermarkierung heraus. Klara wird dann schwanger.